Kirchengeschichte
Sevelen besitzt eine alte Mutterkirche, die Johannes dem Täufer geweiht war. Das gotische Chor stammt aus dem 12./13. Jahrhundert 1235 erscheint in der Chronik ein Leutpriester. Die Besetzung der Pfarrpfründe, das Kollaturrecht, stand damals dem Kloster St. Luzius in Chur zu. Später kam es an die Herren von Werdenberg. Im Werdenberger Aufstand 1515 gegen Glarus soll der Pfarrer eifrig mitgetan haben. Er wurde verhaftet und im Schloss Werdenberg eingesperrt. Seit 1517 besetzte der Stand Glarus die Pfarrstelle, 1803 ging das Recht an die St.Galler Regierung über. Seit 1814 wählt die Gemeinde selbst ihren Pfarrer.
Im 16. Jahrhundert bekannte sich Sevelen zu den Ideen der Reformation. Im Zuge des Bauernaufstandes von 1525 verstanden die Seveler die Reformation auch politisch-sozial. Sie lehnten sich gegen die Glarner Herren auf, mussten sich aber bald wieder der Herrschaft fügen. Unter dem Einfluss der Berner Disputation (1528) und der Glarner Herren entschied sich die Gemeinde Sevelen 1532 in einer Abstimmung endgültig für die Reformation.
Die Seveler Schule geht auf die Arbeit der Kirche zurück. Im 17. Jahrhundert erteilten die Pfarrer den Schulunterricht. 1720 finden wir bereits 3 Lehrer. Das 18. Jahrhundert brachte ein lebendigeres Christentum ins Dorf durch junge Männer, die zeitweilig in holländischen Kriegsdiensten standen. Als Früchte des Pietismus wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts Bibelstunden, Missionsvorträge und gute Schriften eingeführt. Ebenso wurde ein Frauenverein für freiwillige Armenpflege ins Leben gerufen, der 1944 neu gegründet wurde und heute als Krankenpflegeverein besteht.
Am 25. März 1892 fielen in einer Föhnnacht 76 Häuser und die Kirche dem Feuer zum Opfer. Das Chor blieb wohl erhalten, aber das Schiff musste vergrössert und auf stärkeren Fundamenten wieder aufgebaut werden. Mit dem Neubau kam eine Orgel auf die Empore.
Zwei Kriege, Krisen, Arbeitslosigkeit in den dreissiger und fünfziger Jahren, ein spät im Rheintal einkehrendes Wirtschaftswachstum, grössere Bautätigkeit und viele Zugezogene haben die Struktur und das Leben des einst armen Kleinbauern- und Stickerdorfes in zunehmendem Mass verändert, nicht zuletzt aber auch das Leben der Kirche.
1997/98 wurde die Kirche einer grösseren Restauration unterzogen. Seither steht sie wieder in schmuckem Zustand für die verschiedensten gottesdienstlichen Feiern zur Verfügung.
2009 musste der 86 Jahre alte Glockenstuhl aus Stahl erneuert werden. Er wurde durch eine Konstruktion aus Lärchenholz ersetzt. Neben den vier bestehenden Glocken ist nun sogar Platz für eine zusätzliche, kleinere Glocke vorhanden. Dank den neuen Klöppeln klingen die Glocken weicher.


